Saturday, June 14, 2014


n Verletzungen 'größerer NetzhautO"efäße und konnte sich her nicht einbürgern. Dazwischen b waren aber noch viele Iere Gedanken zur Beseitigung der AbhebunO" in die Tat .gesetzt worden: Die Durchtrennung der Art~iae ciliares st, breves zur Umlenkung der myopischen VeränderunO"en die Richtung der Aderhautatrophie, die ja in einem ge­ .sen Gegensatz zur Netzhautabhebung steht, oberflächliche I durchbohrende Kauterisationen, Einführung von Platin­ en: Punktionen mit der Diszissionsnadel, alles nicht plan­ e Versuche, sondern wohlüberlegt und von führenden danken geleitet. Sie erfüllten ganze Jahrzehnte der selbst­ ndigen operativen Tätigkeit von S a c h s. Diesem un er­ dlichen Kampfe ist es zuzuschreiben, daß er es doch zu 18 % Dauerheilungen brachte unter Einrechnung aller
:'egangenen Fälle, worunter auch solche waren, die Von nherein als' ganz und gar aussichtslos bezeichnet werden l'Sten, ja unter Hinweglassung dieser Fälle ein Heilungs­ : Von 23'7 % erzielt wurde, der für die damalige Zeit außerordentlich hoch bezeichnet werdr-n muß.
Alleinstehen und scheinbar aussichtslos weiterkämpfen, ;t von viel höherer Wesensart und wissenschaftlicher ~rzeugung, als abseits bleiben und billige Kritik üben.
Das eigentliche wissenschaftliche Forschungsgebiet von : h s aber war die Physiologie und Pathologie des Sehens, Studium der Erscheinungen der Augenmuskellähmungen, Schielens und ähnlicher Probleme. Für diese Arbeits-
Itung war seine Steliung als Assistent am physiologischen titut der deutschen Universität in Prag vom Septern- 1890 bis Dezember 1892 unter Hering ausschlaggebend. eh s ist als Schüler H er i n g s zu bezeichnen. He ri n g
sein großes Vorbild und H e ri n g s Forsch ungsrichtung ) S a c h s 'sein ganzes Leben treu. S a c ? s verehrte H e­ g tief und aufrichtig. Schon aus dem Institute VOn r in g erschienen mehrere physiologische Arbeiten Von
h s: Über die spezifische Lichtabsorption des gelben .kes der. Netzhaut, über den Einfluß farbiger Lichter auf v. eite der Pupille, mit Pr e tori zusammen messende :rsuchungen Jes farbigen Simultankontrastes und andere chungen in diesem Gebiete der Sinnesphysiologie setzte .ann selbständig als Assistent der Klinik F u c h s (ab iber 1894) und als Privatdozent (1899) und später als essor (1911) unentwegt fort i eine Ar~eitsrichtung, die de seines Chefs F u c h s ferü1ib lag und ihm, seinem en entsprechend, unabhängiges Denken und Forschen utete, Es ist hier nicht möglich, auf den Inhalt der vollen Beiträge des Genaueren einzugehen. die S a c h s
1 seine Arbeiten für das Verständnis der Erscheinungen, 'sondere beim Schielen, bei den Augenmuskellähmun_ lISW., geliefert hat. Ich hatte als junger Anfänger die
, von S a c h s für eine Reihe von Untersuchungen sinnes­ ,ologischer Art beigezogen zu werden. Wenn die aus n oft recht mühevollen und zeitraubenden gemeinsamen rsuchungen hervorgegangenen Arbeiten auch meinen .n mittragen, so weiß niemand besser als ich, wie ge­ igig meine Mithilfe dabei gewesen ist. Die zuerst ge­ -chaftlioh mit Wl ass a k durchgeführten Untersuchungen
d.e optische Lokalisation der medianen Ebene 11 zur weiteren Verfolgung ähnlicher Gedanken: Uber iptische Orien lerung bei Neigung des Kopfes gegen )chulter, über 'die optische und haptische Lokalisation -Jeigungen um die .Sagittalachse un~ schließlich über itümliche Lokalisatlonsformen In ernem Falle hoch­ ger Netzhautinlwngruenz. Man muß nur wissen, welche
: Schwierigkeiten solche Untersuchungen in einer
; bereiteten, deren Betrieb durch die ungeheure Zahl ährlich neu ankommenden Patienten (über 22.000) und Jnterricht einer sehr hohen Zahl von Studenten, die .ssistenten tatsächlich den ganzen Tag über nicht Zur kommen ließ. Erst die Nachtstunden konnten zu diesen ;;uchungen verwendet werden, namentlich auch des­ I, weil bei den ärmlichen und beschränkten Raumver­ ssen der Klinik eine absolute Verdunkelung des Raumes,
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die zur Ausführung der Untersuchungen benötigt wurde, untertags gar nicht zu erzielen war. So mußte die Nacht unser Freund werden. Da ferner die Untersuchungsräume untertags wieder dem klinischen Betriebe dienen mußten, waren wir gezwungen, die oft: komplizierte Versuchsanord_ nung jeden Abend neu aufzubauen und dann wieder abzu­ räumen, was immer viel wertvolle Zeit gekostet hat. Es
gehörte wahrlich viel Begeisterung dazu, solche Studien unter den geschilderten Verhältnissen zu betreiben. Aber S ach s hatte diese eben und damit wurden alle Hindernisse gemeistert. Oft traten dann durch äußere Umstände er­ zwungene Pausen in den Arbeiten und in der gedanklichen Verarbeitung der gefundenen Beobachtungen ein. Wie schwierig war es dann, sich wieder in das Thema hinein­ zufinden, wie schwierig war es schließlich, den spröden Stoff sprachlich zu meistern, um ihn treffend und allen ver­ ständlich darzustellen. Da wurde oft an einem einzigen Satz tage-, oder besser gesagt, nächtelang gefeilt, da haben wir uns wirklich, wie Ho r a z es beschreibt, oft den Kopf ge­ kratzt und die Nägel bis auf das Fleisch gebissen, und oft mußte man den Griffel umkehren, das heißt das schon Auf­ gesetzte ausstreichen und von neuem beginnen, um Wür­ diges zu schaffen:
Saepe caput scaberet vivos et rod erd ungues. Saepe stiJum vertas, iterum (luae digna Jegi sint Scripturus.
Ganz meisterhafte Kabinettstücke S a c h s'scher Arbeiten der jüngeren, durch die Not der Zeit mehr auf die
praktische Ausbildung eingestellten Generation, die für diese Stoffe kein Interesse aufbringt, wenig bekannt, zumal da diese Arbeiten aus einer Zeit stammen, wo noch nicht nach einem famosen Beschluß am Ende der Arbeit eine Zu- , sammenfassung gebracht werden mußte, damit vielbeschäf- . tigte Herren nicht gezwungen sind, die ganze Arbeit zu lesen und, wenn nicht leicht verständlich - zu studieren _ ergaben sich aus den Studien über das Sehen der Schielenden, über das Alternieren der Schielenden, über den Tastversuch, über die Frage der Mikropie, über Blick- und Kbpfbewe­ gungerr, über labyrinthäre··Störungen der BIickbewegungen und vieles andere dieser Art. Aus den letzten Jahren seien noch die besonders ;;eistvollen Ausführungen über das Schielen und Stottern angeführt. Es bleibe nicht unerwähnt, daß die von Alexandcr und B:lrany in der Zeitschrift für Physiologie und Psychologie der Sinnesorgane erschie­ nenen Arbeiten nPsychophysiologische Untersuchungen über die Bedeutung des Statolithenapparates für die Orientierung
im Raume an Normalen und Taubstummen· auf eine An­ regung von S a c h s ausgeführt worden sind.
Außer dieser reichen wissenschaftlichen Tätigkeit war S ach s zeitlebens auch in mancher anderer Beziehungauf­ bauend tätig. Daß in Wien eine ophthalmologische Gesell­ schaft zustande kam, ist hauptsächlich auf das Betreiben von S a c h s und seiner tätigen Mithilfe zurückzuführen. Er hat die Augenabteilung bei den Barmherzigen Brüdern neu eingerichtet und kurze Zeit später die Augenabteilung im \Viedner Krankenhaus übernommen (l!ll-l), modern aus­ gestaltet und dort bis heute eine außerordentlich segens­ reiche .:Tätigkeit entfalret, unterstützt von einer Reihe tüch-
  tiger Arzte und Arztinnen, die sich der S a c h s'schen                                                  ,_
Führung mit Begeisterung hingaben. Schon im Jahre 1917
war S a c h s in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Ver­ dienste zum wirklichen außerordentlichen Professor ernannt worden, auch der Hofratstitel wurde ihm verliehen ..
Wenn er nun auch mit dem gesetzlichen Alter von seiner geliebten Arbeitsstätte Abschied nehmen muß, so übertrifft
S a c h s auch heute noch so manchen an Jahren viel Jüngeren durch seine seit Jahrzehnten unverändert ge­ bliebene Arbeitskraft und Arbeitsfreude. Heute, an dem \ Tage, da S a c h s sein 70. Lebensjahr, einen Abschnitt seines \ Lebens voller Arbeit und Erfolge beendet, gedenken seiner . in Treue. Freunde und Schüler und senden ihm auf seinen Ansitz, wo 'er' seit] ~h;zehnt!!n inJändlicher Stille im Kreise
...



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uchtige _und. angesehene Ärzte geworden sind, so ver­ anken sie diesen Erfolg ihrem unmittelbaren Vorzesetzten. st der junge Schüler ein aufnahmsfähiger und ~ertvoller Iensch, so spiegelt sich in ihm sein Leben lanc- der Ein­ uß des Lehrers. Die Früchte nehmen den Geschmack des lodens an, auf welchem sie gewachsen sind. sagt Sc h 0 P e n­ . a u e r und V~' 2000 J ahren ermahnte Ho ra z in gleichem -mne die römische Jugend mit reinem Herzen sich früh­ eitig den guten Lehren hinzuO"eben, denn
Quo semel est imbuta rec~ns, servabit odorem Testa diu.
S a c h s verstand aber auch, unter der heranwachsenden ugend Weizen von Unkraut nach kurzer Zeit zu unter­ .heiden, und in strenger Disziplin machte er mit störenden [ementen raschen Schluß, wohl wissend. daß Alles zu ssig wird, was in, ein unreines Gefäß gegossen wird:
Sincerum est nisi vas, quodcumque infundis, acescit. Allzu leicht freilich vergißt der Junge, was er von dem Iteren gelernt hat, nicht immer nur aus Undankbarkeit, -ndern weil er häufig es gar nicht mehr weiß. was er les von ihm gelernt hat. Als ich im Jahre 1908 meine phthalmic Surgery niederschrieb, war es mir nicht anders ö~lich, als in summa im Vorwort dem seinerzeitigen ersten sststenten S ach s, dessen Arzteschaft ich als Anfänger , der Ophthalmologie zugeteilt gewesen war, den Aus­ ruck meines Dankes und meiner Ergebenheit abzustatten. -enn bei jedem Verfahren, das ich beschrieb, war es mir nm er wieder klar, einen großen Teil der wertvollen Einzel­ eiten Von S a o h s gelernt zu haben, nicht in irgend welchen orlesungen, sondern durch das Zusehen und Mithelfen bei .inen Eingriffen. Sach s war - darüber gibt es nichts zu den - gewiß der beste Operateur unter allen Schülern in F u c h s. Aber was ihn besonders auszeichnete, war cht die ihm von Natur gegebene technische Fähigkeit iner Hände, sondern der Geist, der das Messer lenkte und -n einer Sekunde zur anderen das weitere Vorgehen be­ mmte, je nach Bedürfnis ändernd und neues schaffend. r ht zufällig wurde er nach seinem Austritte aus der Klinik r am meisten gesuchte und beschäftigte Operateur. Zu .sem Erfolge hat noch ein dritter Umstand beigetragen: .in Optimismus. Dieser ließ ihn noch Fälle angehen, wo 1 anderer, weniger hoffnungsfreudig, weniger geneigt, sich schwierige und gewagtet'e-Unternehmen einzulassen, oder .h vermeintlich einer .Mühe ohne Zweck" zu unterziehen, .h zurückgezogen hatte. Ja anfänglich waren es gerade [ehe Fälle, die ihm den Ruf des den Anderen Weitüber­ ~enden eingetragen hatten, wo er die von ihm gestellte te Prognose durch seinen Operationserfolg bewies, wäh­ id Andere Von dem Eingriff abgeraten hatten.
Es ist begreiflich, daß sich diese besondere Begabung
r operativen Tätigkeit in einer ganzen Reihe von wissen­ raftliehen Veröffentlichungen zum Ausdruck brachte. Seine .te Arbeit aus diesem Gebiete betrifft einen Bericht im Ire 1898 über 'den Gebrauch von Sideroskop und Riesen­ .gneten, welche beide Instrumente im Jahre 18!J5 auf der inik F u c h s zum ersten Male in Anwendung gezogen -rden waren. Diese Arbeit ist die einzige ophthalmologische hülerarbeit von S a c h s, da ihm das Thema von E. F u c h s r Bearbeitung und zur Berichterstattung übergeben worden .r. Im Jahre 1\:103 teilte S ach s in der Münchner Medi­ iischen Wochenschrift seine von ihm erdachte Durch­ IChtungslampe mit, die rasch Eingang in den augenärzt­ hen Gebrauch fand und seither unter dem Namen der eh s'schen DurchleuchtulIg-slampe allgemein in Anwen-
Ig steht. Schon früher hatte S ach s auf die Möglichkeit gewiesen, mit Hilfe der Durchleuchtungslampe intraoku­ ~ Fremdkörper sichtbar zu machen. So war es durch c h s möglich geworden, nichtmagnetische Fremdkörper
dem ·GlaskÖrperraum durch einen Einschnitt in der era herauszuziehen und damit die Augen zu erhalten, irend früher solche Augen ohne Ausnahme rettungslos loren waren. In jener Zeit beschrieb er auch die tempo,
"tnn:,· lllCllIZUlJSCIIC W ocheusclu-nt 1:):$;)
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räre Narbentrepanation zur Lösung Von vorderen Synechien ein Verfahren. das mir Wiederholt ganz vorzöztiche Dienst: geleistet hat; ferner auch das von ihm erso;nene und er probte Verfahren der Präparation eines einheitlichen Haut lappens mit Hilfe der Iridektomielanze zur Deckung größere . Defekte bei Lidplastiken : eine Methode, von der ich aucl beute nur beste Erfolge zu berichten vermag. Der Festschrif für F u c h s im r abre 1921 widmete S a c h s sein 'bis dahir noch von Niema'nd versuchtes Verfahren der transpalpebraler:
Eröffnung der vorderen Kammer. Schon im Jahre 1n15 hatte er darüber die erste Mitteilung erscheinen lassen. Nur ein Meister der Technik wie S a c h s konnte der sich auf diesem v.,' ege entgegenstellenden Schwierigkeiten Herr werden. Eröffnung des Auges von jenseits des Bindehautsackes aus, so daß von diesem aus keine Infektion der Augenwunde eintreten kann, war die Idee des kühnen Unternehmens.
Im Jahre 1925 brachte Sach's ein Von ihm neu ersonnenes Verfahren zur operativen Beseitigung des Blepharospasmus senilis. Es besteht darin, daß ein Teil des Levator palpebrae: als Gegenwirker des Orbicularis in eine durch Durch trennung: der Fasern des Orbicularis gesetzte Lücke eingenäht wird.!
Für ganz besonders verdienstvoll aber erachte ich den i Kampf, den S a c h s hier in Wien durch Jahrzehnte allein für; die Operation der Netzhautabhebung geführt hat. E. Fu c h s' stand der Netzhautabhebung thempeutisch nihilistisch gegen.:, über. Ich habe schon einmal in der Ophthalmologischen Gesellschaft in Wien auf. die damaligen Zustände in dieser Hinsicht hing-ewiesen. "Bei der Überfülle an operativem Material für Star- und Glaukomoperationen waren die Pa­ tienten mit Netzhautabhebung keine willkommenen Gäste an der Klinik, Man wußte eben aus Erfahrung, daß die Behandlung dieses Leidens so gut wie aussichtslos ist .. Schwere Fälle wurden daher als unheilbar von. vornherein' abgewiesen, Fälle, die ein etwas günstigeres Bild boten,' wurden der gewöhnlichen schematischen Behandlung zuge-' führt: SChwitzkuren, Druckverband, subkonjunktivale Koch­ salzinjektionen, auch Einreibungen mit grauer Salbe. Der Erfolg war - wie wir heute sehr wohl verstehen. können _ so gut wie immer Null. Dann wurde der Patient _. meistens ohnehin schon psychisch zermürbt durch die lange und oft quälende, schmerzhafte Behandlung - mit der Trostsalbe U:1g. kal.jod. ungeheilt wieder entlassen. Gelegentlich wurden vereinzelte Punktionen mit dem G r a e f e'schen Messer ver­ sucht, auch Absaugung der Flüssigkeit mit der Spritze, auch mit Wiedereinspritzung der Flüssigkeit in den Glaskörper, und das so gut wie immer negative Ergebnis bestätigte nur die rihilistische Einstellung, weiter nichts mehr zu unter­ nehmen. Durch den Sieg der Leb e r'schen Anschauung, daß die Netzhaut infolge der Schrumpfung von Häutchen an ihrer inneren Oberfläche abgehoben worden sei, wurde die Überzeugung, daß die Behandlung einer Abhebung von vornherein aussichtslos sei, scheinbar fest begründet.
In allen diesen Jahren vollständiger Apathie und stumpfer Resignation diesem Leiden. gegenüber bemühte sich S ach s in seinem schon vorher gekennzeichneten Optimismus ungebrochenen Mutes um die Ausgestaltung der operativen Behandlung der Abhebung. Alle offenen und versteckten Kritiken konnten ihn nicht davon abbringen, unablässig und systematisch weiter zu arbeiten. Und da er doch, der Theorie zum Trotze, in einer gewissen Anzahl L von Fällen, oft nach vielen Eingriffen, eine Dauerheilung erzielte, so mußte sich seine Uberzeugung aufrecht erhalten und weiter stärken: es müsse doch einmal gelingen, auch
in einer größeren Prozent zahl von Fällen die Heilung zu erzwingen. Im Jahre 1907 trat er für eine .. ausgiebige Inzision der Sklera im Abschnitte hinter dem Aquator des Auges ein, konstruierte sich dazu ein eigenes Sichelmesser und
es ist einem heute ja klar, daß er damit bei gewissen Fällen die uns heute wohlbekannte Abriegelung der Abhebung er­ reichte, damit sie nicht weiter nach rückwärts gegen die zum Sehen wichtigen Abschnitte des Auges vordringen könnte. Das Verfahren hatte aber den Nachteil der Gefahr



Wicuer Medizinische W ochenschrllt 1933
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trntionen, das heißt größeren Mongen Liquors im Vcrh nlssc ZUr Konzentration der Goldsot:!üsung, vollsltll1di:..( weiß cntlürbt, lind erst hei den stürkcrcn. Vcrdüuuun erfolgt der Farbenumschlag über 'hellblau, blau usw. zu Im schrHtlichcn Befunde wird dies entweder graph i durch eine ganz Iypischc stufcnförI1lige Kurve, die :-,c nannte "Paralysdwrve" ausgedrückt, oder 'durch Zilll clwu 66(;6321. '
Allmählich gcrüt der Kranke in das sogenannte 1 li als Lad i u 111, in welchem nunmehr der Ncur astlu Ircmuc, für Paralyse bereits chnrnkteristischc Symplo zunächst andeu tungswcisc, im wei tcrcn Ver-laufe i II im; stärkerem Ausmaße zur Beobachtung gelangen.
Die He i z bar k ci t nimmt zu und führt zu Enllnr gen,' deren Form und Intensität in schroffem (;rgl'lIs nicht nur zur jeweiligen, of'l ganz nichligen Vcr anl nssu ursache, sondern vor allem zu der sonstigen psych i:«; Per-sönlichkeit des Kranken steht. Ein vor-dem sel'lellsg Mann, mit tadelloser "Kindel'sluhe" und Umgnugslor:
Hißt sich zu Sc h i m p lrcdc n und Ausdrücken hi nrr-i ßcu. w i.r sie ctwu n u s dem Mu n dc c i nrs hcLru n k c ncn Seil' Iulu-wcrk skutschcrs zu h örcu hcJU)JlJIIIl'll, ja :1Il-cll ZII lirihkcitcn. l icsondcrs kounzcichncnd isL dabei etwas, sich nun wie ein roler Faden durch !!oie Klinik der I'ar<l vorfolgen ßl.: die m a n g cI u d c Einsichl. Der KrI empfindet, SObald der Zornausbruch verpuffL ist, w'! neue, noch Verlcgcnhe.il; Cl' Ii ndct überhaupt nichts all lcnclcs an diesen rollen Szenen, ist sich dieser seiner I r-aktorvcrändcruug nicht bewußt. Dasselbe hißt sic.h" züglich einer zwci l cn Arl von paralytischen Sym ptu sagen, von der zunehmenden Zer s LI' c u L h eil und 1 ge ß li c h k c i l. Dem Kranken widerfahren eine Heilil~' Zerslreulheilsaklen, deren jeder einzelne für sich!'
tr achtct, auch jedem Cesllndcn p assi cr-cn k öuut c. Bez,' ncncl isl erstens die sliindi,g und rapid anwachsende I L'I k ci l derartiger Vorstöße, zweitens die mangelnde Eins der Kranke merkt gar nicht, daß Cl' vc rgcßl ich gC\\'li sei, macht sich danüber keine Gedanken, versucht ('s I; durch ullcrlci mnemotechnische l\.lInstgrirre gegen dit'; g('ßlichkeit sich zu schützen. Der Krnul«: liWl heim! lassen seiner \Vohnung cli« Türe uuvcr-spcrrt, vcrgil; das Lichl abzuschalten, zahlt bei einem kleinen Einl mit einer gr ößcrcn Banknote und cutlernt sich, ohne Restbelrag sich herausgehen zu lassen, Iühr t auf der, ßcnbalm an der ll altestelle vorüber, an der Cl' hülle: steigen sollen, gehl in mangelhal'ler Toilelle auf die St lrügl wichtige Korrespondenzen lagelang mit sich lH sl a.l L sie zur Post zu bef'ordcrn u. dg1. Von diesem ) lassen des Gediichlnisses werden anfangs nichl alle sl cllungcn in gleichem Ausmaße in i\lillcidenschart gez Allgc:woI1l1Ie., sozusagen "ausgesehlirrl'lle" Buhneu 1111 uiorcn noch tadellos, währcucl das Gcdüchtnis für:
Daten frisch erworbene Kcunl nissc 115\\'. schon llll'[ gelillc'n hat. Es isl daher eine gcwisse. Berufsfiili noch lange vorhanden, namentlich in Berufen, derer liehe Verrichtungcn und O!lliegcn!wilcn in allge\\'(~ Betütiguug sich bewegen, \\,('1111 bereits tnts.ichlich l'l wisscr Defekt sich entwickelt hat, der sofort md wird, sobald eine Änderung in der geforderlen Ar'! leislung Platz grcift, geringfügige Anforderungen an ständiges Denken, an eine Neuorientierung in der ;\ gestellt werden. Bekanntlich empfehlen sich beim Ex; eines der Paralyse vcrdüchtigcn Kr-anken auch H('( aufgaben, wobei i'n mehrfacher I I i ns.i ch l lypische \' nclnnungcn gemacht werden könncu. Es ol'fl'nllan'll
die Vcrgcßl ichk ci tsbcwcisc, indem der I\. ru 11 kc Will spiel das kleine Einmaleins zwar klaglos beherrschl, jl beim Addieren oder Multiplizieren vcrgiß], die Zellll( übertragen o. dergl. Es macht sich ferner eine' ab; rasche Er 111 Ü d h a r k eil bemerkbar der-art, daß Will spiel bei der Aufgabe, von 100 fortlaufend je sicln: subtrahieren, zunächst richtig 93, 86 geanlworlel wird,
seiner Familie immer wieder Ruhe und Erholung fand, mit dem herrlichen Ausblick auf die schöne Stadt, wo er so lange gewirkt hat, die aus ganzem Herzen kommenden Geburtstagsgrüße und Wünsche für ein neues Jahrzehnt voll Glück und Segen.
Forensische Beurteilung der progressiven Paralyse mit besonderer Borücksichtiguug, der Malarlatheraple. *)
Professor Dr. ALEXANDEU PILCZ, Wien. 1.
Ich spreche vor Amtsärzten, nichl vor Studierenden der Medizin, und will daher nur ganz Ilüchtig einiges aus der Klinik der progressiven Paralyse lin Ihr Gedächtnis zurück­ rufen, ehe ich mich meinem eigentlichen Thema, der Be, glltac.hLung dieser Krankheit, speziell unter dem Gesichts­ w iuk cl der durch die Erfolge der Malari abehnudlung gc­ soluuleucn Suchlagc, zuwende, Für den Amtsarzt ist eigen lieh nur der Initiulc und rernitücrte Pur alyl ikcr von Wich-
   \igkcil.                                                              .
Bekanntlich geht dem Manifestwerden unvci-xennbur er paralytischer Symptome meistens ein mehr minder langes Pro d r o m als Lad i um voraus, in welchem in rein psy­ chischer Beziehung palhognosfisclie Veränderungen über­ haupt nicht nachweisbar sind. Dieses Prodr-omalstadium lrügt klinisch die Züge einer Neurasthenie an sich mit Klagen über Heizharkcil, Denkerschwerung. mangelnde Kon­ zenLralionsrälügkeil,Schlarstörung, Kopfdruck. ja auch heftige, migrünarligc Kopfschmerzen. Schon eine ge,l1auc Er'hebungder Vorgeschichte lülH eine dernctigc "Neuras.lhen'ie" recht "er­ düchllg crschclncu. Irgend eine greirbare Ursache für die En l­ wickluug des nem-asthen ischen Zustaudsbildes, wi e exzessive Übera.nslrengung, ungewöhnliche affektive oder intcl lektuclic Iuanspruchunhrnc, schwere erschöpfende köi-pet-liche I<.raI11,­ heilen oder dergleichen kann nicht 'nachgew,iesc'll werden j die "NervositäL" entwickelt sich anscheinend ganz von selbst, grundlos. Es liegl anderseits nicht köüs['i[u!i,oaelle n euro ti­ sehe Minderwertigkelt vor; der Betrertende halte vordem niemals an seinen "Nerven" zu leiden gehabt. Dasselbe güL hinsichtlich der Kopfschmerzen. Speziell l\ligrüneanfäHe bei einem Menschen in reifem Lebensalter, ohne gle·ichsinllige lIcreditäl, der früher nie über Kopfschmerzen zu klagcn geha,!>l halte, sind ungemein omni.ös. Von aussohlnggebcudcr Bedeutung sind nun in diesem Stadium somalische Befunde. Ich ci-innere zunächst an die verschiedenen Pupillcnstörun­ gen, wie Anisokoric, Herabsetzung oder vollkommenes Fehlen der Lichlrea.kl.i:on bei crhal Iencr nk k omrn orln! ivcr 1111d Konvergellzreaklion. Diese Pupillensym ptomc sind selbst­ verständlich nicht palhognoslisch für progre.ssi vc J> arulysc, sie finden sich auch bei Tabetikern, ja sie können nur überhaupt Symptom einer einmal akquirierten syphiliti­ schen Erkrankung sein; der Wert liegt darin, daß diese Erscheinungen sich dem Betrachter sofort aufdrängen uncl ihn sohin veranlassen, eine Untersuchung des Blules und des Liquor ccrcbrospinalis vorzunehmen. Der nicht behan­ delte Parnlyükcr weist schon in diesem Prodromalstadium ganz charaktcrlstische 'humorale Befunde auf: 'N ass e r- 111 an n'schc Reaktion sowohl im Serum, wie im Liquor komplett positiv, das heißt schon bei Verwendung geringer Liquormengen (0'2 cm-) star-k positiver Ausfall der Reaktion; geringgl'adige Zcllvcrmclrrung (20-70), mit vorwiegend Iyrn­ phozytürcn und mittleren monozytären Gebilden, sowie vcrciuzcltcn Plasmazcllcn ; Gesarn teiweiß (nach Ni s s I ge­ prüft) mäßig vermehrt (0'03%, selten höher als 0'20/0); Globuline (geprüft mittels der W eie h b r 0- d t'schen Subli­ mutprobe. oder nach N -0 n n c - A pe I t, Pan d y) stark ver­ mclu-t ; die Goldsollösung wird bei allen stärkeren Konzcn-
') Vortrag, im Amtsärzte-Fortbildungskurse am 6. Nov. 1934.


I. UUIII H:1~O.
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85. Jahrgang.
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Redakteur Ohermedizinalrat Dr. A. Kronfeld
Administration I. Seilerg. 4. Tel. R-23.1-51
M. Sachs zum siebzigsten Geburtstage, 3. Juni 1935.
        /.         ,I "
Von J. MELLEß, Wien.
Wenn ich .es heute iiberneh.me, als Sprecher für die I den jungen Ärzten, jede Visite eines Assistenten, wie S ac h s .lreichen Sch_tiler aufzutreten, die ~en 7~. Geburtstag Von einer war, war für die jüngeren, ohne daß es uns selbst Sachs festlich begeh~n, so verleiht mir dazu Vor allem so recht zum Bewußtsein kam, ein fortwährendes Lernen,
  Umstand die Berechtigung,                                  ein täzlich sich erneuernder Ge-
                                                                         l, als ich ,,:or n~~mehr fast I                                                           . .                                                        - ·-'l winn. t"Das Bcispiel der Ruhe und
                                                                                                    Jahren.1n d~~ ~hl11~{ Flic h si. ~jO" __ •.. ,,_,_~:~,                                                      .                                                                                                                                                       • U~erlegellheit,. der Folgerichtig,
                                 OperatlOnszoghngelntrat, der    I                                     1{I/W\'l' ' ..                    '\                 I                 keit und UnbeIrrbarkeIt des Vor-
                                   n~lige erste Assistent der                     i '.       . ~I.' '\,._.                                                         '                                gehens des Älteren in Diagnose
                                               11l~, M. S a c h.s, alle ande:.en                         -, ~-$"\./          ~~'~ ';\\,                                                           I                                 und Behandlung überträgt sich
                                 gheder an WIssen und Kön-                    I        ~~     . . "                 Von selbst, ohne daß dabei viel
                                                                                                        I weit überragend, mich in                        ~f .         \ ' gesprochen zu werden braucht,
                                                                                                  I engeren Kreis sein~r Famuli                                                                                             I                       .. t t. ..                        \! ~uf den j ünger en und verleiht
                                                                         nahm ~nd als ~nmltt~lb':lrer I~. ,. /. .:',.'           '\: I~m selber In kurzer Zeit ein
                           irer mell~e Ausbildung In Jeg-               '\        t A.>    ..          ,""'.:      t              '...      SIcheres Wissen. Es ist gar nicht
                      .er Welse förderte, .. .ohne               : >         ~ :;..:;.~;'(..", j '. ,,/                                                     \'       'r!    abzuschätzen, wieviel ein solcher
                                                                         .khalt und in wahrhaft freund-, ' ~. ~:, u;·r ,r'·;,.       .       \).          Assistent, wie Sachs es ze-
        •                    •••                                                     "::\'\;    ~"             \~·)I (h -, \ ..... ,                                 ~                    ,~\~                   •                                        •                     • ,b
                                                    afthcherW~Ise dem Jungeren             "~     .           Y'.' /:....\ . ("    ;     w~sen ist, der. 'Ylssen ve.rell1lgte
                                                                         I Schatz semer Erfahrungen i~:          ;i,. ..                                  !I. l. mit klarem klInischen Blick, der
                                                   rmittelnd. Wenn sich in jenen        I . ,.~ \"                r"."     ".~N       Gleichmut und Unerschütterlich-
           ten eine groß~. Anzah.l stre';l- ~?~\.       ; ;    . , .   ,(/ k~it in . schw!eriger: Lagen. er-
                           l~r Junger Manner lI?: die ~~~:,.'        ,.'1,/        w~es, . mit freiem Sinn we~lger
                        iik von E. Fu c h s drangte, ~~~\         .;11          WIchtIgen Fragen gegenuber,
                         war es nicht nur dessen da- ~~ \~.       IJ            beiträgt zum Blühen einer Klinik
                             s dem Höhepunkt seines . \:~::'      '...~       und zum Ruhme der Anstalt.
      .mes" zustrebender Name, der k,:~~~~:,      ,'- i::':'~"'>;> Dieser fällt freilich immer d~m
                                                   .e Anziehungskraft ausübte,        (,. "~~!)                                          ,: ,J;"':';'"   eh.ef zur Gänze zu, so wie Im
                                                   dern auch der ~lücl{liche   I,. dfr;;!·;'~!7;i>).                  o';                                                       , .. /?>Fi'    Kr, lege. der Na.me des Feldl:errn
                    stand,.daßFuchsmSachs ":.7;:,0/':.,      .~(    . ...:~     of~ glanzt durch das '\Vlrken
         .. n Assistenten g:efunden hatte,        I        . ->1!;:   -........... +-,              scme.s Gener~btabsche~s. Solches
                                                                             .. w~ssensch~fthch ga~z un-r:·iiV;.         /     Verd~cnst. WIrd ~ft nicht nach
                                                   angig Von Ihm und In an-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    I                                                                                                                                                           "'. ,Gebuhr eing eschätzt. Wenn es
                                                   er. Rich:tung forsc~end, das                                                                                                    :                                li/v<,{' /'! . seinerzeit vielleicht auch.Sac~s
                             -eitsgebiet ausgezeichnet =: I   Jr.'"              i      so ergangen }~t,. da~ seI~ wi-.
                                         zte und, voll von Ideen, In·       J      ke n an der Klinik nicht In dem
                                                   .tischer Hinsicht sowohl als                      L - '-- -_          .....                                                         _..                                                    richtigen Maße gewürdigt wor-
                                                   issenschaftlichen Fragen den     den ist, so möge er heute 'nach
                                      ~er ... il so viel bot, daß sich              Q               /./ /'- so vielen J ahrz ehnten zu seinem
                                       e wohlbewußt . waren, wel-            /fprI' l' ,///1. /. ~ 70. Geburtstage von einem derer,
                                                                                                                            I Nutzen der Dienst unter                               . , I . . die den Wert seines Einflusses
ihnen brachte. Die Jugend hat dafür einen eigenen auf die Erziehung des Nachwuchses der Klinik erkannt , sie fühlt es genau, von wem sie etwas lernen kann, haben, diese Worte der Anerkennung, gesprochen voll 'die Erziehuns- des Nachwuchses in einer Klinik hängt dankbaren Sinnes, als ein bescheidenes Festtagsangebinde nehr von de; dienstälteren Assistenten ab als von dem entgegennehmen. Wenn eine ganze Reihe von damaligen f selber. Diese stehen in viel intimerer Beziehung zu jungen Ärzten und ebenso später aus seiner eitenen Anstalt
"


H ,eller JUCCllZiilische 'Voehrllschrift 1935
n Verletzungen 'größerer NetzhautO"efäße und konnte sich her nicht einbürgern. Dazwischen b waren aber noch viele Iere Gedanken zur Beseitigung der AbhebunO" in die Tat .gesetzt worden: Die Durchtrennung der Art~iae ciliares st, breves zur Umlenkung der myopischen VeränderunO"en die Richtung der Aderhautatrophie, die ja in einem ge­ .sen Gegensatz zur Netzhautabhebung steht, oberflächliche I durchbohrende Kauterisationen, Einführung von Platin­ en: Punktionen mit der Diszissionsnadel, alles nicht plan­ e Versuche, sondern wohlüberlegt und von führenden danken geleitet. Sie erfüllten ganze Jahrzehnte der selbst­ ndigen operativen Tätigkeit von S a c h s. Diesem un er­ dlichen Kampfe ist es zuzuschreiben, daß er es doch zu 18 % Dauerheilungen brachte unter Einrechnung aller
:'egangenen Fälle, worunter auch solche waren, die Von nherein als' ganz und gar aussichtslos bezeichnet werden l'Sten, ja unter Hinweglassung dieser Fälle ein Heilungs­ : Von 23'7 % erzielt wurde, der für die damalige Zeit außerordentlich hoch bezeichnet werdr-n muß.
Alleinstehen und scheinbar aussichtslos weiterkämpfen, ;t von viel höherer Wesensart und wissenschaftlicher ~rzeugung, als abseits bleiben und billige Kritik üben.
Das eigentliche wissenschaftliche Forschungsgebiet von : h s aber war die Physiologie und Pathologie des Sehens, Studium der Erscheinungen der Augenmuskellähmungen, Schielens und ähnlicher Probleme. Für diese Arbeits-
Itung war seine Steliung als Assistent am physiologischen titut der deutschen Universität in Prag vom Septern- 1890 bis Dezember 1892 unter Hering ausschlaggebend. eh s ist als Schüler H er i n g s zu bezeichnen. He ri n g
sein großes Vorbild und H e ri n g s Forsch ungsrichtung ) S a c h s 'sein ganzes Leben treu. S a c ? s verehrte H e­ g tief und aufrichtig. Schon aus dem Institute VOn r in g erschienen mehrere physiologische Arbeiten Von
h s: Über die spezifische Lichtabsorption des gelben .kes der. Netzhaut, über den Einfluß farbiger Lichter auf v. eite der Pupille, mit Pr e tori zusammen messende :rsuchungen Jes farbigen Simultankontrastes und andere chungen in diesem Gebiete der Sinnesphysiologie setzte .ann selbständig als Assistent der Klinik F u c h s (ab iber 1894) und als Privatdozent (1899) und später als essor (1911) unentwegt fort i eine Ar~eitsrichtung, die de seines Chefs F u c h s ferü1io lag und ihm, seinem en entsprechend, unabhängiges Denken und Forschen utete, Es ist hier nicht möglich, auf den Inhalt der vollen Beiträge des Genaueren einzugehen. die S a c h s
1 seine Arbeiten für das Verständnis der Erscheinungen, 'sondere beim Schielen, bei den Augenmuskellähmun_ lISW., geliefert hat. Ich hatte als junger Anfänger die
1 von S a c h 5 für eine Reihe von Untersuchungen sinnes­ ,ologischer Art beigezogen zu werden. Wenn die aus n oft recht mühevollen und zeitraubenden gemeinsamen rsuchungen hervorgegangenen Arbeiten auch meinen .n mittragen, so weiß niemand besser als ich, wie ge­ igig meine Mithilfe dabei gewesen ist. Die zuerst ge­ -chaftlioh mit WI ass a k durchgeführten Untersuchungen
d.e optische Lokalisation der medianen Ebene 11 zur weiteren Verfolgung ähnlicher Gedanken: Uber iptische Orien lerung bei Neigung des Kopfes gegen )chulter, über 'die optische und haptische Lokalisation -Jeigungen um die .Sagittalachse un~ schließlich über itümliche Lokalisatlonsformen 10 ernem Falle hoch­ ger Netzhautinlwngruenz. Man muß nur wissen, welche
: Schwierigkeiten solche Untersuchungen in einer
; bereiteten, deren Betrieb durch die ungeheure Zahl ährlich neu ankommenden Patienten (über 22.000) und Jnterricht einer sehr hohen Zahl von Studenten, die .ssistenten tatsächlich den ganzen Tag über nicht Zur kommen ließ. Erst die Nachtstunden konnten zu diesen 'iuchungen verwendet werden, namentlich auch des­ I, weil bei den ärmlichen und beschränkten Raumver­ ssen der Klinik eine absolute Verdunkelung des Raumes,
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die zur Ausführung der Untersuchungen benötigt wurde, untertags gar nicht zu erzielen war. So mußte die Nacht unser Freund werden. Da ferner die Untersuchungsräume untertags wieder dem klinischen Betriebe dienen mußten, waren wir gezwungen, die oft: komplizierte Versuchsanord_ nung jeden Abend neu aufzubauen und dann wieder abzu­ räumen, was immer viel wertvolle Zeit gekostet hat. Es
gehörte wahrlich viel Begeisterung dazu, solche Studien unter den geschilderten Verhältnissen zu betreiben. Aber S ach s hatte diese eben und damit wurden alle Hindernisse gemeistert. Oft traten dann durch äußere Umstände er­ zwungene Pausen in den Arbeiten und in der gedanklichen Verarbeitung der gefundenen Beobachtungen ein. Wie schwierig war es dann, sich wieder in das Thema hinein­ zufinden, wie schwierig war es schließlich, den spröden Stoff sprachlich zu meistern, um ihn treffend und allen ver­ ständlich darzustellen. Da wurde oft an einem einzigen Satz tage-, oder besser gesagt, nächtelang gefeilt, da haben wir uns wirklich, wie Ho r a z es beschreibt, oft den Kopf ge­ kratzt und die Nägel bis auf das Fleisch gebissen, und oft mußte man den Griffel umkehren, das heißt das schon Auf­ gesetzte ausstreichen und von neuem beginnen, um Wür­ diges zu schaffen:
Saepe caput scaberet vivos et roderd ungues. Saepe stiJum vertas, iterum (luae digna Jegi sint Scripturus.
Ganz meisterhafte Kabinettstücke S ach s'scher Arbeiten der jüngeren, durch die Not der Zeit mehr auf die
praktische Ausbildung eingestellten Generation, die für diese Stoffe kein Interesse aufbringt, wenig bekannt, zurnal da diese Arbeiten aus einer Zeit stammen, wo noch nicht nach einem famosen Beschluß am Ende der Arbeit eine Zu- I sammenfassung gebracht werden mußte, damit vielbeschäf- . tigte Herren nicht gezwungen sind, die ganze Arbeit zu lesen und, wenn nicht leicht verständlich - zu studieren _ ergaben sich aus den Studien über das Sehen der Schielenden, über das Alternieren der Schielenden, über den Tastversuch, über die Frage der Mikropie, über Blick- und Kbpfbewe­ gungerr, über labyrinthäre··Störungen der BIickbewegungen und vieles andere dieser Art. Aus den letzten Jahren seien noch die besonders ;;eistvollen Ausführungen über das Schielen und Stottern angeführt. Es bleibe nicht unerwähnt, daß die von Ale x a nd c rund B:l r ä n y in der Zeitschrift für Physiologie und Psychologie der Sinnesorgane erschie­ nenen Arbeiten nPsychophysiologische Untersuchungen über die Bedeutung des Statolithenapparates für die Orientierung
im Raume an Normalen und Taubstummen· auf eine An­ regung von S a c h s ausgeführt worden sind.
Außer dieser reichen wissenschaftlichen Tätigkeit war S ach s zeitlebens auch in mancher anderer Beziehungauf­ bauend tätig. Daß in Wien eine ophthalmologische Gesell­ schaft zustande kam, ist hauptsächlich auf das Betreiben von S ach s und seiner tätigen Mithilfe zurückzuführen. Er hat die Augenabteilung bei den Barmherzigen Brüdern neu eingerichtet und kurze Zeit später die AugenaLJteilung im \Viedner Krankenhaus übernommen (l!ll-l), modern aus­ gestaltet und dort bis heute eine außerordentlich segens­ reiche .:Tätigkeit entfalret, unterstützt von einer Reihe tüch-
  tiger Arzte und Arztinnen, die sich der S a c h s'sch en                                                 ,_
Führung mit Begeisterung hingaben. Schon im Jahre 1917
war S a c h s in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Ver­ dienste zum wirklichen außerordentlichen Professor ernannt worden, auch der Hofratstitel wurde ihm verliehen ..
Wenn er nun auch mit dem gesetzlichen Alter von seiner geliebten Arbeitsstätte Abschied nehmen muß, so übertrifft
S a c h s auch heute noch so manchen an Jahren viel Jüngeren durch seine seit Jahrzehnten unverändert ge­ bliebene Arbeitskraft und Arbeitsfreude. Heute, an dem \ Tage, da S a c h s sein 70. Lebensjahr, einen Abschnitt seines \ Lebens voller Arbeit und Erfolge beendet, gedenken seiner . in Treue. Freunde und Schüler und senden ihm auf seinen Ansitz, wo 'er' seit] ~h;zehnt!!n inJändlicher Stille im Kreise
...


/=
uchtige _und. angesehene Ärzte geworden sind, so ver­ anken sie diesen Erfolg ihrem unmittelbaren Vorzesetzten. st der junge Schüler ein aufnahmsfähiger und ~ertvoller Iensch, so spiegelt sich in ihm sein Leben lanc- der Ein­ uß des Lehrers. Die Früchte nehmen den Geschmack des lodens an, auf welchem sie gewachsen sind. sagt Sc h 0 P e n­ . a u e r und V~' 2000 J ahren ermahnte Ho ra z in gleichem -mne die römische Jugend mit reinem Herzen sich früh­ eitig den guten Lehren hinzuO"eben, denn
Quo semel est imbuta rec~ns, servabit odorem Testa diu.
S a c h s verstand aber auch, unter der heranwachsenden ugend Weizen von Unkraut nach kurzer Zeit zu unter­ .heiden, und in strenger Disziplin machte er mit störenden [ementen raschen Schluß, wohl wissend. daß Alles zu ssig wird, was in, ein unreines Gefäß gegossen wird:
Sincerum est nisi vas, quodcumque infundis, acescit. Allzu leicht freilich vergißt der Junge, was er von dem Iteren gelernt hat, nicht immer nur aus Undankbarkeit, -ndern weil er häufig es gar nicht mehr weiß. was er les von ihm gelernt hat. Als ich im Jahre 1908 meine phthalmic Surgery niederschrieb, war es mir nicht anders ö~lich, als in summa im Vorwort dem seinerzeitigen ersten sststenten S ach s, dessen Arzteschaft ich als Anfänger , der Ophthalmologie zugeteilt gewesen war, den Aus­ ruck meines Dankes und meiner Ergebenheit abzustatten. -enn bei jedem Verfahren, das ich beschrieb, war es mir nm er wieder klar, einen großen Teil der wertvollen Einzel­ eiten Von S a o h s gelernt zu haben, nicht in irgend welchen orlesungen, sondern durch das Zusehen und Mithelfen bei .inen Eingriffen. Sach s war - darüber gibt es nichts zu den - gewiß der beste Operateur unter allen Schülern in F u c h s. Aber was ihn besonders auszeichnete, war cht die ihm von Natur gegebene technische Fähigkeit iner Hände, sondern der Geist, der das Messer lenkte und -n einer Sekunde zur anderen das weitere Vorgehen be­ mmte, je nach Bedürfnis ändernd und neues schaffend. r ht zufällig wurde er nach seinem Austritte aus der Klinik r am meisten gesuchte und beschäftigte Operateur. Zu .sem Erfolge hat noch ein dritter Umstand beigetragen: .in Optimismus. Dieser ließ ihn noch Fälle angehen, wo 1 anderer, weniger hoffnungsfreudig, weniger geneigt, sich schwierige und gewagtet'e-Unternehmen einzulassen, oder .h vermeintlich einer .Mühe ohne Zweck" zu unterziehen, .h zurückgezogen hatte. Ja anfänglich waren es gerade [ehe Fälle, die ihm den Ruf des den Anderen Weitüber­ ~enden eingetragen hatten, wo er die von ihm gestellte te Prognose durch seinen Operationserfolg bewies, wäh­ id Andere Von dem Eingriff abgeraten hatten.
Es ist begreiflich, daß sich diese besondere Begabung
r operativen Tätigkeit in einer ganzen Reihe von wissen­ raftliehen Veröffentlichungen zum Ausdruck brachte. Seine .te Arbeit aus diesem Gebiete betrifft einen Bericht im Ire 1898 über 'den Gebrauch von Sideroskop und Riesen­ .gneten, welche beide Instrumente im Jahre 18!J5 auf der inik F u c h s zum ersten Male in Anwendung gezogen -rden waren. Diese Arbeit ist die einzige ophthalmologische hülerarbeit von S a c h s, da ihm das Thema von E. F u c h s r Bearbeitung und zur Berichterstattung übergeben worden .r. Im Jahre 1\:103 teilte S ach s in der Münchner Medi­ iischen Wochenschrift seine von ihm erdachte Durch­ IChtungslampe mit, die rasch Eingang in den augenärzt­ hen Gebrauch fand und seither unter dem Namen der eh s'schen DurchleuchtulIg-slampe allgemein in Anwen-
Ig steht. Schon früher hatte S ach s auf die Möglichkeit gewiesen, mit Hilfe der Durchleuchtungslampe intraoku­ ~ Fremdkörper sichtbar zu machen. So war es durch c h s möglich geworden, nichtmagnetische Fremdkörper
dem ·GlaskÖrperraum durch einen Einschnitt in der era herauszuziehen und damit die Augen zu erhalten, irend früher solche Augen ohne Ausnahme rettungslos loren waren. In jener Zeit beschrieb er auch die tempo,
"tnn:,· lllCllIZUlJSCIIC W ocheusclu-nt 1:):$;)
Nr.23
räre Narbentrepanation zur Lösung Von vorderen Synechien ein Verfahren. das mir Wiederholt ganz vorzöztiche Dienst: geleistet hat; ferner auch das von ihm erso;nene und er probte Verfahren der Präparation eines einheitlichen Haut lappens mit Hilfe der Iridektomielanze zur Deckung größere . Defekte bei Lidplastiken : eine Methode, von der ich aucl beute nur beste Erfolge zu berichten vermag. Der Festschrif für F u c h s im r abre 1921 widmete S a c h s sein 'bis dahir noch von Niema'nd versuchtes Verfahren der transpalpebraler:
Eröffnung der vorderen Kammer. Schon im Jahre 1n15 hatte er darüber die erste Mitteilung erscheinen lassen. Nur ein Meister der Technik wie S a c h s konnte der sich auf diesem v.,' ege entgegenstellenden Schwierigkeiten Herr werden. Eröffnung des Auges von jenseits des Bindehautsackes aus, so daß von diesem aus keine Infektion der Augenwunde eintreten kann, war die Idee des kühnen Unternehmens.
Im Jahre 1925 brachte Sach's ein Von ihm neu ersonnenes Verfahren zur operativen Beseitigung des Blepharospasmus senilis. Es besteht darin, daß ein Teil des Levator palpebrae: als Gegenwirker des Orbicularis in eine durch Durch trennung: der Fasern des Orbicularis gesetzte Lücke eingenäht wird.!
Für ganz besonders verdienstvoll aber erachte ich den i Kampf, den S a c h s hier in Wien durch Jahrzehnte allein für; die Operation der Netzhautabhebung geführt hat. E. Fu c h s' stand der Netzhautabhebung thempeutisch nihilistisch gegen.:, über. Ich habe schon einmal in der Ophthalmologischen Gesellschaft in Wien auf. die damaligen Zustände in dieser Hinsicht hing-ewiesen. "Bei der Überfülle an operativem Material für Star- und Glaukomoperationen waren die Pa­ tienten mit Netzhautabhebung keine willkommenen Gäste an der Klinik, Man wußte eben aus Erfahrung, daß die Behandlung dieses Leidens so gut wie aussichtslos ist .. Schwere Fälle wurden daher als unheilbar von. vornherein' abgewiesen, Fälle, die ein etwas günstigeres Bild boten,' wurden der gewöhnlichen schematischen Behandlung zuge-' führt: SChwitzkuren, Druckverband, subkonjunktivale Koch­ salzinjektionen, auch Einreibungen mit grauer Salbe. Der Erfolg war - wie wir heute sehr wohl verstehen. können _ so gut wie immer Null. Dann wurde der Patient _. meistens ohnehin schon psychisch zermürbt durch die lange und oft quälende, schmerzhafte Behandlung - mit der Trostsalbe U:1g. kal.jod. ungeheilt wieder entlassen. Gelegentlich wurden vereinzelte Punktionen mit dem G r a e f e'schen Messer ver­ sucht, auch Absaugung der Flüssigkeit mit der Spritze, auch mit Wiedereinspritzung der Flüssigkeit in den Glaskörper, und das so gut wie immer negative Ergebnis bestätigte nur die rihilistische Einstellung, weiter nichts mehr zu unter­ nehmen. Durch den Sieg der Leb e r'schen Anschauung, daß die Netzhaut infolge der Schrumpfung von Häutchen an ihrer inneren Oberfläche abgehoben worden sei, wurde die Überzeugung, daß die Behandlung einer Abhebung von vornherein aussichtslos sei, scheinbar fest begründet.
In allen diesen Jahren vollständiger Apathie und stumpfer Resignation diesem Leiden. gegenüber bemühte sich S ach s in seinem schon vorher gekennzeichneten Optimismus ungebrochenen Mutes um die Ausgestaltung der operativen Behandlung der Abhebung. Alle offenen und versteckten Kritiken konnten ihn nicht davon abbringen, unablässig und systematisch weiter zu arbeiten. Und da er doch, der Theorie zum Trotze, in einer gewissen Anzahl L von Fällen, oft nach vielen Eingriffen, eine Dauerheilung erzielte, so mußte sich seine Uberzeugung aufrecht erhalten und weiter stärken: es müsse doch einmal gelingen, auch
in einer größeren Prozent zahl von Fällen die Heilung zu erzwingen. Im Jahre 1907 trat er für eine .. ausgiebige Inzision der Sklera im Abschnitte hinter dem Aquator des Auges ein, konstruierte sich dazu ein eigenes Sichelmesser und
es ist einem heute ja klar, daß er damit bei gewissen Fällen die uns heute wohlbekannte Abriegelung der Abhebung er­ reichte, damit sie nicht weiter nach rückwärts gegen die zum Sehen wichtigen Abschnitte des Auges vordringen könnte. Das Verfahren hatte aber den Nachteil der Gefahr


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trntionen, das heißt größcren Mongen Liquors im Vcrh nlssc ZUr Konzentration der Goldsot:!üsung, vollsltll1di:..( weiß cntlürbt, lind erst hei den stürkcrcn. Vcrdüuuun erfolgt der Farbenumschlag über 'hellblau, blau usw. zu Im schrHtlichcn Befunde wird dies entweder graph i durch eine ganz Iypischc stufcnförI1lige Kurve, die :-,c nannte "Paralysdwrve" ausgedrückt, oder 'durch Zilll clwu 66(;6321. '
Allmählich gcrüt der Kranke in das sogenannte 1 li als Lad i u 111, in welchem nunmehr der Ncur astlu Ircmuc, für Paralyse bereits chnrnkteristischc Symplo zunächst andeu tungswcisc, im wei leren Ver-laufe i II im; stärkerem Ausmaße zur Beobachtung gelangen.
Die He i z bar k ci t nimmt zu und führt zu Enllnr gen,' deren Form und Intensität in schroffem (;rgl'lIs nicht nur zur jeweiligen, of'l ganz nichligen Vcr anl nssu ursache, sondern vor allem zu der sonstigen psych i:«; Per-sönlichkeit des Kranken steht. Ein vor-dem sel'lellsg Mann, mit tadelloser "Kindel'sluhe" und Umgnugslor:
Hißt sich zu Sc h i m p lrcdc n und Aus dr ü ck c n hi nrr-i ßcu. w i.r sie ctwu n u s dem Mu n dc c i nrs hcLru n k c ncn Seil' Iulu-wcrk skutschcrs zu ]I(',,'CII hcJU)JlJIIIl'll, ja :1Il-cll ZII lirihkcitcn. l icsondcrs kounzcichncnd isL dabei etwas, sich nun wie ein roter Faden durch !!oie Klinik der I'ar<l vorfolgen lü ßl.: die m a n g cI u d c Einsichl. Der KrI empfindet, SObald der Zornausbruch verpuffL ist, w'! neue, noch Verlegenhe.il; er Ii ndct überhaupt nichts all lcnclcs an diesen rohen Szenen, ist sich dieser seiner I r-aktorvcrändcruug nicht bewußt. Dasselbe hißt sieh" züglich einer zwci l cn Arl von paralytischen Sym ptu sagen, von der zunehmenden Zer s LI' c u L h eil und 1 gc ß li c h k c i l. Dem Kranken widerfahren eine Heilil~' Zerslreulheilsaklen, deren jeder einzelne für sich!'
tr achtct, auch jedem Cesllndcn p assi cr-cn k öuut c. Bez,' ncncl isl erstens die sliindi,g u ud rapid anwachsende I L'I k ci l dcrru-ligcr Vorstöße, zweitens die mangelnde Eins der Kranke merkt gar nicht, daß Cl' vc rgcßl ich gC\\'li sei, macht sich danüber keine Gedanken, versucht es I; durch ullcrlci mnemotechnischc l\.lInstgrirrc gegen dit'; g('ßlichkeit sich zu schützen. Der Krnul«: liWl heim! lassen seiner \Vohnung cli« Türe uuvcr-spcrrt, vcrgil; das Lichl abzuschalten, zahlL bei einem kleinen Einl mit einer gr ößcrcn Banknote und cutlernt sich, ohne Restbelrag sich herausgehen zu lassen, Iühr t auf der, ßcnbalm an der ll altes+el'lc vorüber, an der Cl' hülle: steigen sollen, gehl in mangelhal'ler Toilelle auf die St lrügl wichtige Korrespondenzen lagelang mit sich lH sl a.l L sie zur Posl zu bef'ordcrn u. dg1. Von diesem) lassen des Gediichlnisscs werden anfangs nichl alle sl cllungcn in gleichem Ausmaße in i\lillcidcnschart gl'Z Allgc:woI1l11e., sozusagen "ausgeschlirrl'ne" Buhneu 1111 uiorcn noch tadellos, währcucl das Gcdüchtnis für:
Daten frisch erworbene Kenntnisse 1IS\\'. schon mct gelillc'n hat. Es isl daher eine gewisse. Berufsfiili noch lange vorhanden, namentlich in Berufen, derer liehe Verrichtungcn und Ollliegcnlwilcn in allge\\'(~ Betütiguug sich bewegen, \\'l'1111 bereits tnts.ichlich cl wisscr Defekt sich entwickelt hat, der sofort md wird, sobald eine Änderung in der geforderlen Ar'! leislung PI atz grei It, gcri ngfügige Antordcru ngcn an ständiges Denken, an eine Neuorientierung in der ;\ gestellt werden. Bekanntlich empfehlen sich beim Ex; eines der Paralyse vcrdüchtigcn Kr-anken auch H('( auf'gabcu, wobei i'n mehrfacher I I i ns.i ch l lypische \' nclnnungcn gemacht werden könncu. Es ol'fl'nllan'll
die Vcrgcßllchkcltsbcwcisc, indem der Kr-unke Will spiel das kleine Einmaleins zwar klaglos beherrschl, jl beim Addieren oder Multiplizieren vcrgiß], die Zellll( übertragen o. dergl. Es macht sich ferner eine' ab; rasche Er ll1 Ü d h a r k eil bemerkbar derart, daß Will spiel bei der Aufgabe, von 100 fortlaufend je sicln: subtrahieren, zunächst richtig 93, 86 geanlworlel wird,
seiner Familie immer wieder Ruhe und Erholung fand, mit dem herrlichen Ausblick auf die schöne Stadt, wo er so lange gewirkt hat, die aus ganzem Herzen kommenden Geburtstagsgrüße und Wünsche für ein neues Jahrzehnt voll Glück und Segen.
Forensische Beurteilung der progressiven Paralyse mit besonderer Borücksichtiguug, der Malarlatheraple. *)
Professor Dr. ALEXANDEU PILCZ, Wien. 1.
Ich spreche vor Amtsärzten, nichl vor Studierenden der Medizin, und will daher nur ganz Ilüchtig einiges aus der Klinik der progressiven Paralyse lin Ihr Gedächtnis zurück­ rufen, ehe ich mich meinem eigentlichen Thema, der Be, glltac.hLung dieser Krankheit, speziell unter dem Gesichts­ w iuk cl der durch die Erfolge der Malari abehnudlung gc­ soluuleucn Suchlagc, zuwende, Für den Amlsarzt ist eigen lieh nur der Initiulc und rernitücrte Pur alyl ikcr von Wich-
   \igkcil.                                                              .
Bekanntlich geht dem Manifestwerden unvci-xennbur er paralytischer Symptome meistens ein mehr minder langes Pro d r o m als Lad i um voraus, in welchem in rein psy­ chischer Beziehung palhognosfisclie Veränderungen über­ haupt nicht nachweisbar sind. Dieses Prodr-omalstadium lrügt klinisch die Züge einer Neurasthenie an sich mit Klagen über Heizharkcil, Denkerschwerung. mangelnde Kon­ zcnLralionsrälügkeil,Schlafslörung, Kopfdruck. ja auch heftige, migrünarligc Kopfschmerzen. Schon eine ge,l1auc Er'hebungder Vorgeschichte lülH eine dernctigc "Neuras.lhen'ie" recht "er­ düchllg crschclncu. Irgend eine greirbare Ursache für die En l­ wickluug des nem-asthen ischen Zustaudsbildes, wi e exzessive Übera.nslrengung, ungewöhnliche affektive oder intcl lektuclic Iuanspruchunhrnc, schwere erschöpfende körperliche Krauk­ heilen oder dergleichen kann nicht 'nachgew,iese'll werden j die "NervositäL" entwickelt sich anscheinend ganz von selbst, grundlos. Es liegt anderseits nicht köüsloiluli,oaelle n euro ti­ sehe Minderwertigkelt vor; der Betrertende halte vordem niemals an seinen "Nerven" zu leiden gehabt. Dasselbe goilL hinsichtlich der Kopfschmerzen. Speziell l\ligrüneanfäHe bei einem Menschen in reifem Lebensalter, ohne gle·ichsinllige lIcreditäl, der früher nie über Kopfschmerzen zu klagen geha,!>l halte, sind ungemein omni.ös. Von aussohlnggebcudcr Bedeutung sind nun in diesem Stadium somalische Befunde. Ich erinnere zunächst an die verschiedenen Pupillcnstörun­ gell, wie Anisokorie, Herabsetzung oder vollkommenes Fehlen der Lichlrea.kl.i:oll bei. erhaltener ak k ornm orln! i ver 1111d Konvergenzreaklion. Diese Pupillensym ptomc sind selbst­ verständlich nicht pathognoslisch für progre.ssi vc I> arulysc, sie finden sich auch bei Tabetikern, ja sie können nur überhaupt Symptom einer einmal akquirierten syphiliti­ schen Erkrankung sein; der Wert liegt darin, daß diese Erscheinungen sich dem Betrachter sofort auldrüngeu und ihn sohin veranlassen, eine Untersuchung des Blules und des Liquor ccrcbrospinalis vorzunehmen. Der nicht behan­ delte Parnlyükcr weist schon in diesem Prodromalstadium ganz charaktcrlstische 'humorale Befunde auf: 'N a s s e r- 111 an n'schc Reaktion sowohl im Serum, wie im Liquor komplett positiv, das heißl schon bei Verwendung geringer Liquormengen (0'2 cm-) star-k positiver Ausfall der Reaktion; geringgradige Zellvermehrung (20-70), mit vorwiegend Iyrn­ phozytürcn und mittleren monozytären Gebilden, sowie vcrciuzcltcn Plasmazcllcn ; Gesarn telweiß (nach Ni s s I ge­ prüft) mäßig vermehrt (0'03%, selten höher als 0'20/0); Globuline (geprüft mittels der W e i c h b r 0- d t'schen Subli­ mutprobe. oder nach N -0 n n c - A p e 1 t, Pan d y) stark ver­ mclu-t ; die Goldsollösung wird bei allen stärkeren Konzcn-

') Vortrag, im Amtsärzte-Fortbildungskurse am 6. Nov. 1934.